Kontakt Naturhistorisches Museum Basel Dr. Michel Brancucci Konservator Biowissenschaften Augustinergasse 2 CH 4001 Basel Tel +41 61 266 55 78 Fax +41 61 266 55 46 E-Mail michel.brancucci@bs.ch
Käferfauna Laos
Laos ist um ein Sechsfaches
grösser als die Schweiz, zählt aber nur etwas mehr als 5 Millionen Einwohner. Die meisten Laoten leben
in der Hauptstadt oder in grösseren Siedlungen. Die Bevölkerungsdichte beträgt ca. 19 Einwohner pro
km2. Die Natur ist in den meisten
Gebieten noch völlig unberührt. In den letzten Jahren spürte man jedoch vermehrt den Bevölkerungsdruck.
Es ist jetzt also höchste Zeit, die „ursprüngliche“ Biodiversität zu erforschen, bevor viele der Arten
verschwunden sind.
Die Fauna von Laos ist bis heute wissenschaftlich
sehr schlecht untersucht. Einige wenige Forscher waren bereits in Laos unterwegs und haben grossen Erfolg
bei ihren Sammlungen gehabt, z.B. René Vitalis de Salvaza anfangs des 20. Jahrhunderts (von ca. 1910
bis 1920) sowie der Franzose Miéville. Er brachte einige Tiere von Xieng Khouang nach Paris. Aber eine
umfangreiche Ausbeute entstand erst in den 50er Jahren dank der Sammeltätigkeit von Rondon, der in ganz
Laos zahlreiche Cerambycidae sammelte. Nach dieser Zeit schloss Laos seine Grenzen und bis vor rund
10 Jahren durften keine Ausländer einreisen, auch nicht für wissenschaftliche Zwecke.
In
den Jahren 2003, 2004 und 2007 konnte Michel Brancucci selber dieses Land erkunden. Die Ergebnisse waren
dermassen ermutigend, dass wir ein Projekt grösseren Umfanges realisieren möchten. Es soll einen wichtigen
Beitrag zur Kenntnis der Insektenfauna, vor allem der Käfer, von Laos werden.
Ziel
des Projektes Ziel dieses Projektes ist die wissenschaftliche Erschliessung der
Insektenfauna, speziell der Käferfauna, von Laos. Die Ergebnisse sind von internationaler Bedeutung
und werden in einer entsprechenden Monographie publiziert sowie an einem Kongress zu diesem Thema in
Basel präsentiert.
Vorgehen Um diese
Ziele zu erreichen, sehen wir in den nächsten 5 Jahren folgende Schritte vor:
-
zwei Expeditionen nach Laos in den Jahren 2009 und 2011 - ein Symposium über die Insektenfauna
von Laos in Basel im Hebst 2013 - eine Ausstellung in Laos 2013 - eine
Ausstellung in Basel, Frühjahr 2013 - eine 1. Monographie als Sonderband der Zeitschrift
Entomologica Basiliensia et Collectionis Frey im Herbst 2013
Expeditionen
2009 und 2011 Je 4 Entomologen, aufgeteilt in zwei Gruppen zu je 6 Wochen. Während
dieser Zeit werden – wenn möglich - die nach Plan vorgesehenen Fundorte besucht. Die Gegenden, die noch
zu besuchen sind, werden in einer detaillierten Planung erörtert. In den unten angegebenen Kosten sind
sämtliche Fangutensilien, Unterbringungs-, Verpflegungs- und Transportkosten (Flug und Vorort) inbegriffen.
Dabei eingerechnet ist auch ein Führer pro Gruppe und die Aufwandskosten der externen Entomologen bzw.
Insektensammler. Die letzteren werden in unserem Auftrag exklusiv für das Naturhistorische Museum Basel
sammeln und sind nicht Teil der in diesem Projekt erwähnten Kooperation.
Folgende Provinzen
sind bis heute nicht oder sehr wenig besammelt worden (siehe Karte oben) Hua Pan Bokeo Phongsaly
(ganz im Norden) Xayabouri Savannakhet Champasak Attapeu
Bedeutung
für die Wissenschaft Wie bereits erläutert, ist es ein dringendes Bedürfnis, Laos
grossflächig zu untersuchen. Zum einen ist die Fauna dieses Landes sehr schlecht bekannt, obwohl es
von gut erschlossenen Ländern umgeben ist (Thailand, Vietnam). Viele Arten sind jedoch endemisch. Zum
anderen besteht das Land hauptsächlich aus Urwäldern, die nach und nach gerodet werden. Wenn die Entwicklung
weiter so voranschreitet, wird Laos dasselbe Schicksal anderer Drittweltländer, wie z.B. Nepal, erleiden.
Bedeutung
für Laos Das Gebiet der Zoologie, speziell der Entomologie, ist an den Hochschulen
von Laos nicht vertreten. Es ist mir daher ein Anliegen, eine Basis zur Erfassung der Biodiversität
dieses Landes aufzubauen. Die Regierung könnte damit ein Arbeitsinstrument erhalten. Aus diesem Grund
wird ein Laote, Khampaseuth Sisoutham, ebenfalls miteinbezogen. Hr. Sisoutham geniesst in Laos sehr
viel Popularität und grosses Ansehen.