Kontakt Naturhistorisches Museum Basel Dr. Michel Brancucci Konservator Biowissenschaften Augustinergasse 2 CH 4001 Basel Tel +41 61 266 55 78 Fax +41 61 266 55 46 E-Mail michel.brancucci@bs.ch
Systematik der Schwimm- und Weichkäfer
Taxonomie und Systematik der Käferfamilien Dytiscidae (Schwimmkäfer) und Cantharidae (Weichkäfer)
Auf der Basis der umfangreichen Käfer-Sammlungen vor allem von W. Wittmer und neueren Aufsammlungen aus dem indomalaiischen Raum sind seit Jahren umfassende Bearbeitungen (Revisionen) verschiedener Gattungen möglich.
Taxonomie und Systematik der Käferfamilie Dytiscidae (Schwimmkäfer)
Die Gattung Lacconectus Nach der Revision dieser Gattung (Brancucci, 1988) sind einige Arbeiten über diese erstaunlich vielfältige Gattung erschienen. Bis zum heutigen Datum sind 63 Arten beschrieben worden. Die Gattung ist in der ganzen orientalischen Region verbreitet. Spitzenreiter sind die indomalaiische Region und der südostasiatische Raum mit je 20 Arten.
Verbreitungskarte der Käfergattung Lacconectus
Viele Regionen dieses Gebietes bleiben unerforscht und die Bearbeitung dieser Gattung bleibt spannend. Das Ziel für die nächsten Jahren ist eine Gesamt-Übersicht über diese Gruppe zu gewinnen und die letzten, bis anhin wenig bekannten Regionen, zu untersuchen. So wurden im letzten Jahr die indomalaiischen Arten dieser Gattung neu revidiert. Zwanzig Arten sind erkannt worden, davon fünf neue Arten, und viele sind noch zu erwarten. Eine grössere Ausbeute aus diesen Regionen, die hier zur Bearbeitung eingetroffen sind, bestätigen diese Vermutung. Nur wenn viele Individuen aus verschiedenen Biotopen vorliegen, ist es möglich, die Grenze zwischen den einzelnen Arten zu ziehen, aber auch die Zusammenhänge innerhalb der einzelnen Populationen zu verstehen. So sind die Arten aus der Artengruppe L. pulcher zum Teil oberflächlich definiert und es bestehen noch weitere systematische Probleme.
Fotos von drei Lacconectus Arten
Revision der Gattung Copelatus Die Revision der Gattung Copelatus wurde bereits begonnen. Diese Revision ist äusserst wichtig, da sie der Gattung Lacconectus verwandtschaftlich sehr nahe ist. Die neuen systematischen Erkenntnisse werden daher auch bei der Revision der Gattung Lacconectus sehr behilflich sein. Die Arbeit zu dieser Revision wird sich noch über ein paar Jahre erstrecken.
Die Gattung Platambus Auch die Gattung Platambus sorgte für Überraschungen und die Bearbeitung liefert laufend neue Erkenntnisse. Eine Arbeit über Platambus angulicollis, eine bisher wenig bekannte Art,wurde erst kürzlich abgeschlossen.
Ein typischer Fundort von Platambus angulicollis in China
Das Studium dieser Gattung wird anhand von neuem Material (vor allem aus China) fortgesetzt. Im Falle der Gattung Platambus ist es dringend notwendig, vermehrt Material zu bearbeiten, um die Zusammenhänge zu verstehen. Es sind einigen Arten und Artengruppen aus China, die revidiert werden müssen, um eine eindeutige Übersicht zu erlangen. Vom Naturhistorischen Museum Wien wurde neu gesammeltes Material zur Verfügung gestellt, das bereits mit in die Bearbeitung eingeflossen ist.
Laccophilus javanicus-Gruppe Seit der Revision der ost-paläarktischen, orientalischen und australischen Arten der Gattung Laccophilus (Brancucci, 1983 ) wurde neues Material in der ganzen orientalischen Region gesammelt. Speziell interessante Arten fanden sich bei der Gruppe javanicus. Zusammen mit zwei Kollegen wird diese Gruppe jetzt revidiert.
Die Dytiscidae Nepals Neben dem durch M. Brancucci selbst in Nepal gesammelten Material besitzt unser Museum auch sonst sehr umfangreiche Ausbeuten aus dieser Gegend. Aufgrund dieser umfangreichen Basis ist es möglich, eine Fauna der Dytisciden Nepals zusammen zu stellen. Diese Arbeit wird in Kooperation mit Herrn Lars Hendrich durchgeführt.
Taxonomie, Systematik und Phylogenie der Käferfamilie Cantharidae (Weichkäfer)
Revision der Weichkäfergattung Microichthyurus Die Revision der Gattung Microichthyurus ist seit Jahren im Gange. Diese Gattung enthält nicht weniger als 30 Arten. Viele Beschreibungen sind anhand einzelner Individuen entstanden, was die Revision dieser Gattung sehr erschwert.