Kontakt Naturhistorisches Museum Basel Dr. Hans Hess Ehrenamtlicher Mitarbeiter Geowissenschaften Augustinergasse 2 Postfach CH-4001 Basel Tel +41 61 266 55 26 Fax +41 61 266 55 46 E-Mail hans.hess@bluewin.ch
Projekt Echinodermen
Seit seiner Jugendzeit untersucht Hans Hess, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Naturhistorischen Museums, fossile Echinodermen (Seesterne, Schlangensterne, Seeigel, Seegurken und Seelilien).
Die bisherigen Resultate wurden in rund 50 Arbeiten veröffentlicht. Eine erste zusammenfassende Darstellung ist die Veröffentlichung No. 8 des Naturhistorischen Museums Basel: "Die fossilen Echinodermen des Schweizer Juras (1975).
Nach seiner Pensionierung (1991) wendete sich H. Hess vermehrt der Klasse der Crinoiden (Seelilien) zu. Eine erste grössere Arbeit war das umfassendes Werk "Fossil Crinoids". H. Hess war Initiator Mitherausgeber und Autor verschiedener Kapitel; weitere Mitherausgeber bzw. Autoren sind u.a W. I. Ausich (Ohio State University), C. E. Brett (University of Cincinnati), H. Hagdorn (Muschelkalkmuseum Ingelfingen), M. J. Simms (Ulster University Belfast) und W. L. Taylor (Paleontological Research Institute, Ithaca, N.Y.); die Zeichnungen stammen von R. Kindlimann (Aathal). Das Buch wurde 1999 von Cambridge University Press veröffentlicht, 2002 folgte eine Paperback-Ausgabe. In 24 reich illustrierten Kapiteln werden weltweit Crinoiden-Lagerstätten vom Ordovicium bis zur Jetztzeit behandelt. Ein vorangestellter allgemeiner Teil führt mit Kapiteln über funktionelle Morphologie, Systematik und Phylogenie, fossile Vorkommen, Taphonomie und Oekologie in die Materie ein.In einer weiteren Arbeit befasste sich H. Hess mit Resten von Saccocomen, pelagische Crinoiden der späten Jurazeit, die vor allem aus den Solnhofener Plattenkalken bekannt sind. Dabei wurde ein umfangreiches Material aus dem Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart bearbeitet, das seit den 1930er Jahren gesammelt worden war und von Hertha Sieverts-Doreck bis zu ihrem Tod (1991) studiert wurde. Das zumeist mikroskopisch kleine Material wurde in der Arbeit "Remains of Saccocomids (Crinoidea Echinodermata) from the Upper Jurassic of southern German" beschrieben (Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Serrie B [Geologie und Paläntologie], Nr. 329, 2002).Seit 1996 befasste sich H. Hess mit Crinoiden aus dem Lias von Arzo (Tessin). Dort wurde in Mergeln des oberen Pliensbachiums eine überraschend reiche Fauna entdeckt, die praktisch ausschliesslich aus isolierten Elementen des vielgestaltigen Skeletts besteht, entsprechend erwies sich das Studium als schwierig und langwierig. Es gelang in mehrjähriger Arbeit, die gegen 30'000 Reste zu klassifizieren, wobei mehr als 30 Arten, darunter 18 neue, unterschieden werden konnten. Die Arbeit "Crinoids (Echinodermata) from the Lower Jurassic (Upper Pliensbachian) of Arzo, southern Switzerland" ist unterdessen erschienen (Schweiz. Paläontologische Abhandlungen, vol. 126, 2006). Eine Kurzfassung in italienischer Sprache "Crinoidi (Echinodermata) dal Lias di Arzo (Cantone Ticino)" erschien im "Bollettino della società ticinese die Scienze naturali“ (vol. 94, 2006).Schon seit einigen Jahren arbeitet H. Hess an der Revision des Bandes "Crinoidea, Subclass Articulata" des "Treatise on Invertebrate Paleontology" (Geological Society of America and University of Kansas). Die Arbeiten sind weit vorgeschritten, und es ist beabsichtigt, das Manuskript noch im laufenden Jahr abzuliefern. Das Projekt "Revision des Crinoiden-Treatise" steht unter der Gesamtleitung von W. I. Ausich (Ohio State University); H. Hess steuert auch Kapitel zum allgemeinen Teil bei (z. B. "Pelagic Crinoids" [Manuskript eingereicht] und "Biomarkers" [u.a. die fossilen Fringelit-Pigmente, noch in Arbeit]).