Im Rahmen eines paläontologischen Projekts untersucht das Naturhistorische Museum Basel die Dinosaurierspuren der Bergünerstöcke am Tinzenhorn und am Piz Mitgel.
Forschungsgruppe PD Dr. Christian A. Meyer (Naturhistorisches Museum Basel) Basil Thüring (Naturhistorisches Museum Basel) Rico Stecher (Bünder Naturmuseum) Silvan Thüring (Naturmuseum Solothurn)
2006 stiess der Churer Lehrer und Fossiliensammler Rico Stecher auf rundliche Abdrücke im Fels und informierte das NMB. Im Sommer 2007 wurde von uns eine weitere Fundstelle am Fil da Stidier oberhalb Bergün entdeckt. Im Sommer 2009 wurden grosse Bereiche am Tinzenhorn mittels Helikopter prospektiert. Dabei wurden mehrere Fundstellen im Hauptdolomit gefunden. Diese Spuren sind für die Forschung von grosser Bedeutung und sind teilweise wesentlich besser erhalten, als jene (unzugänglichen) im Schweizer Nationalpark. Aufgrund des Vorkommens im Gelände sind wir davon überzeugt, dass weitere Vorkommen in der Umgebung der Entdeckung harren und planen weitere Vorabklärungen, für eine Eingabe eines grösseren Forschungsprojekts. Daraus soll ein mehrjähriges Projekt entstehen, dass die verschiedenen Fundstellen genau dokumentiert und wissenschaftlich untersucht, zudem setzt sie sich zum Ziel die geologische Entstehung in einen grösseren Zusammenhang zu stellen. Alle bisher bekannten Fundstellen sind in extrem schwer zugänglichen und zum Teil stark exponierten Wand- und Gipfelbereichen zwischen 3000 und 3400 m. ü. M.. Das heisst viele Abklärungen müssen – um Zeit zu sparen –mittels Helikopterflügen gemacht werden. Die Spuren aus Hautptdolomit stammen von Prosauropoden (Tetrasauropus) aber auch von echten Sauropoden. In der Kössenformation finden sich im Aelplihorn Member und im Schesaplana Member Spuren von echten Sauropoden.
Im Sommer 2009 ist eine weitere Prospektionskampagne geplant. Ziel sind diesmal die Dinosaurierspuren vom Piz Mitgel und weitere Vorkommen in Gipfelnähe. Als Basislager dient die Ela-Hütte des SAC.
Alle unsere Forschungsarbeiten erfolgen in engerer Zusammenarbeit und Absprache mit Dr. Jürg-Paul Müller vom Bündner Naturmuseum.