Kontakt Naturhistorisches Museum Basel Dr. Gerhard Hotz Wissenschaftlicher Mitarbeiter Geowissenschaften Augustinergasse 2 Postfach CH-4001 Basel Tel +41 61 266 55 45 Fax +41 61 266 55 46 E-Mail gerhard.hotz@bs.ch
Galler'sche Sammlung
Die Galler’sche Sammlung stellt eine der wichtigsten pathologischen Sammlungen dar und dient z.B. zu paläopathologischen Vergleichstudien an Skeletten aus archäologischen Grabungen.
In der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts wurde im pathologischen Institut der Universität Zürich durch Professor Erwin Uehlinger eine grosse Vergleichsammlung pathologischer Erscheinungen am menschlichen Skelett angelegt. Diese Vergleichsammlung diente der Ausbildung zukünftiger Ärzte. Solche Vergleichssammlungen wurden europaweit an den grossen Universitätsspitälern zu Schulungszwecken zusammengestellt. Durch die Zerstörungen, vor allem während des 2. Weltkrieges, gingen die meisten Pathologiesammlungen verloren. Die Galler'sche Sammlung ist somit eine der wenigen die erhalten geblieben ist. Erkenntnisse in der Molekularbiologie brachten neue Diagnoseverfahren hervor und damit verloren diese Vergleichssammlungen ihre Bedeutung für die Medizin. Für die Anthropologie und die Paläopathologie stellt die Galler'sche Sammlung aber nach wie vor eine unersetzliche Vergleichssammlung dar.
Die Sammlung hilft Krankheiten aus allen Epochen der Frühgeschichte zu identifizieren und erlaubt Aussagen zu Krankheitsentwicklungen (Pathogenese, evolutive Medizin). Bedeutsam ist dabei die Tatsache, dass die Sammlung noch vor der Ära des Antibiotika-Einsatzes angelegt wurde. Mit der Entdeckung u.a. des Antibiotikums lassen sich diese Krankheiten erfolgreicher behandeln und treten solcherart nicht mehr im Knochengut des Menschen auf. 1992 konnte die Galler'sche Sammlung als Dauerleihgabe im Naturhistorischen Museum integriert werden und ist nun Forscherinnen und Forschern aus der ganzen Welt zugänglich. Ebenso dient die Sammlung der Ausbildung von AnthropologInnen und PaläopathologInnen und bildet damit einen wichtigen Pfeiler in der paläopathologischen Lehre.