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Naturhistorisches Museum Basel
Dr. Gerhard Hotz
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Skelettserie Spitalfriedhof St. Johann

Die identifizierten Individuen des Spitalfriedhofs St. Johann stellen für die Gesundheitsforschung und die Sozialgeschichte eine einzigartige Serie dar.

Stichworte:
Identifizierte Skelettserie, Paläopathologie, Sozialgeschichte, Medizingeschichte

In den 80er Jahren wurde der Grünpark St. Johann geplant. Deshalb wurde in den Jahren 1988/89 der in diesem Areal liegende Spitalfriedhof des 1842 neugegründeten Bürgerspitals von der Archäologischen Bodenforschung Basel-Stadt ausgegraben. Im Zeitraum von 1845 bis 1868 wurden dort insgesamt 2’561 Personen bestattet, wovon 1’061 freigelegt werden konnten.

Aufgrund der im Staatsarchiv Basel-Stadt vorhanden Dokumente und Pläne konnte ein Grossteil der Bestatteten identifiziert werden. Zusätzlich zu den Individualdaten, wie Alter, Geschlecht und Herkunft der Bestatteten, liegen im Staatsarchiv Basel die Krankengeschichten und Sektionsberichte der einzelnen Individuen vor und werden aktuell von freiwilligen Projektmitarbeitenden des Theo-Teams transkribiert. Diese seltene Quellenlage erlaubt der Anthropologie, Krankheitsbefunde, die sich am Knochen wiederspiegeln, wie z.B. Tuberkulose oder Tumorerkrankungen, mit den vorliegenden ärztlichen Diagnosen zu vergleichen und wichtige Informationen zur Gesundheitssituation einer städtischen Bevölkerung des 19. Jahrhunderts zu gewinnen. So lassen sich Krankheiten am Skelett evaluieren. Diese Forschungsarbeiten geschehen in enger Vergleichsarbeit mit der Galler'schen Sammlung.


Foto: Skelett in Ausgrabung
Skelett der 31jährig an Wassersucht verstorbenen Maria H. Das rechte Knie wurde durch Knochentuberkulose deformiert und dadurch verkürzte sich das rechte Bein um ca. 20 cm. Die jung verstorbene Frau war durch diese Verkürzung des Beines zeit ihres Lebens handicapiert. Foto © Archäologische Bodenforschung Basel-Stadt