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Naturhistorisches Museum Basel
Dr. André Puschnig
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Mineralien Schwarzwald (Süddeutschland)

Der Schwarzwald ist mit seinen interessanten Mineral- und Erzlagerstätten seit Jahrhunderten bekannt; davon zeugt unter anderem auch die wechselvolle Bergbaugeschichte.

Stichworte: Greenockit, Weddelit, Peter Merian
Anzahl: rund 1’700 Sammlungseinheiten

Die systematische Erforschung des Südschwarzwaldes wurde durch den Basler Peter Merian entscheidend geprägt. Er gilt als Wegbereiter der regionalen Geologie des Hotzenwaldes und beschreibt in seinen "geognostischen Beobachtungen" erstmals detailliert die Gesteinsvergesellschaftungen, Mineralvorkommen und den Bergbau des Südschwarzwaldes (Merian 1821 und 1831).

Der Aufbau einer Sammlung von Schwarzwald-Mineralien begann im frühen 19. Jahrhundert. Die Sammlung umfasst mehr als 1'700 Sammlungseinheiten und ist in drei geographisch-mineralogische Regionen unterteilt (nördlicher, mittlerer und südlicher Schwarzwald). Die Kristalle stammen hauptsächlich aus dem Südschwarzwald. Spektakulär in dieser Sammlung sind unter anderem Greenockit-Kristalle von Wies (Steinatal) und Bertrandit, Beryll, Anatas, Synchisit und Weddelit (ein natürliches Oxalat-Mineral) aus einem Steinbruch bei Detzeln (ebenfalls Steinatal, bei Waldshut).


Viele Stücke dieser Sammlung stammen aus dem 18. und 19. Jahrhundert, der letzten Blütezeit des Bergbaus im Schwarzwald, und von ehemaligen, heute nicht mehr zugänglichen Bergwerken dieser Epoche (z.B. den Grubenrevieren Badenweiler und Wittichen) oder bilden Belegstücke historisch wertvoller Publikationen (z.B. Merian 1821 und 1831). Die ältesten Objekte in der Sammlung sind von P. Merian (1825), den Erben von H. Bernoulli (1838), Fr. Heusler (1862) und Emilie Linder (1863). Später folgten Schenkungen von Hans Sulger (1923) und Otto Grütter (1951-55).


Abb.: Holzschnitt Schwarzwald
Bergbau im Mittelalter Holzschnitt aus Georg Agricola: De Re Metallica Libri XII (1557), Schnitt © Georg Pawer