Projekt Cal Orck'o

Seit 1998 wird die grösste  die Dinosaurierspurenfundstelle der Welt in Bolivien intensiv dokumentiert und wissenschaftlich ausgewertet. Neben der Untersuchung der Ichnologie und Sedimentologie der El Molino Formation (späte Kreide), werden auch Konzepte zur Konservierung und nachhaltigen Nutzung der Dinosaurierfährtenfundstelle mit den Behörden vor Ort erarbeitet

Forschungsgruppe
PD Dr. Christian A. Meyer (Naturhistorisches Museum Basel)
Basil Thüring (Naturhistorisches Museum Basel)
Dr. Kaspar Graf (Geotest, Zollikofen)
Georg Heim (Geotest, Zollikofen)
Dr. Stefan Bucher (Musée d'histoire naturelle Neuchâtel)


Seit 1998 werden die Dinosaurierspuren in einem Steinbruch bei Sucre (Bolivien) intensiv vom Museum dokumentiert und wissenschaftlich ausgewertet. Dabei handelt es sich um das grösste bekannte Vorkommen von Dinosaurierspuren der Welt. Auf einer 1,6 km langen und rund 120m breiten Fläche sind über 500 Fährten (5000 Einzelfussabdrücke) erhalten geblieben. Sie stammen von grossen Sauropoden, kleinen und grossen Raubsauriern und auch von Ornithopoden. Besonders bemerkenswert ist das Vorkommen der sonst weltweit wenig bekannten Fährten von Ankylosauriern. Ein rund 8 m langer Ausschnitt einer Dinosaurierspur ist im Treppenhaus des Museum in Basel zu bewundern. Am Ende der Kreidezeit, also kurz vor dem Aussterben der Dinosaurier befand sich nahe der heutigen Stadt Sucre ein Süsswassersee, an dessen Ufer haben sich zahlreiche Dinosaurier aufgehalten haben.

Cal Orck'o
Cal Orck'o (2009) Foto © Basil Thüring

Das Museum ist nun schon viermal in Bolivien gewesen um die Spuren und die Fundstelle zu bearbeiten. Im Jahre 1998 fand eine erste grosse wissenschaftliche Kampagne zur Vermessung und Kartierung der Spuren statt. Durch die Finanzierung durch den schweizerischen Nationalfonds konnten rund 10 Wissenschafter und Techniker mehrere Wochen im Steinbruch verbringen.

2003 hat das Naturhistorische Museum Basel im Auftrag der bolivianischen Regierung in Sucre (Bolivien) Abklärungen zur touristischen Entwicklung und Unterschutzstellung der Fundstelle gemacht. Während rund 10 Tagen wurde ein geotechnisches Konzept zur Stabilisierung der Wand erstellt. Für eine nachhaltige Konservierung wurde zusätzlich ein Entwicklungsplan zur kulturellen und touristischen Erschliessung der Fundstelle erarbeite.

Im Jahr 2006 wurden wir wiederum von der Stadt Sucre beauftragt die formelle Kandidatur zur Einreichung der Fundstelle Cal Orck'o als Weltnaturerbe. Wiederum sind wir 10 Tage nach Bolvien gegangen um einige Ergänzungen für den Bericht zu bekommen. Zusätzlich haben wir die dortigen Behörden in Bezug auf einen Managementplan beraten und unterstützt. Ein besonderes Ereignis war aber beim Besuch im Jahre 2006 die Eröffnung des Parque Cretacico. Im 2003 haben wir die ersten Skizzen erstellt und den Behörden ein Konzept abgegeben und nun haben sie das ganze realisiert. Das Besucherzentrum und Museum wurde feierlich der Bevölkerung übergeben. In den ersten 2 1/2 Jahren hat der Park bereits über 200'000 Besuchende angelockt.

Im Frühjahr 2009 hat sich das Museum wiederum nach Bolivien aufgemacht. Dieses Mal war die Mission ein bisschen anders. Der japanische Fernsehsende NHK dreht einen Dokumentarfilm über den Aufstieg der Säugetiere nach dem Fall der Dinosaurier. Cal Orck'o wurde vom Produzent als Auftakt gewählt, weil man in Cal Orck'o noch eine relativ hohe Diversität aufweisen kann, und kurz danach alle ausgestorben sind. Während rund 8 Tagen wurden die Arbeiten vom Museum intensiv begleitet. Der Film wird im August 2010 ausgestrahlt werden.

Nun ist in ein oder zwei Jahren wieder eine wissenschaftliche Kampagne geplant. Um die immense Datenmenge und Vielfalt auswerten zu können, werden 10 Dinosaurierspezialisten gemeinsam nach Sucre reisen und die Spuren vor Ort untersuchen und diskutieren, mit dem Ziel eine Monografie über die einzigartige Fundstelle zu erarbeiten.




Modell
3D Modell mit speziellen Scannern wurde der gesamte Steinbruch gescannt


Skizze von Park

Parque Cretacico (2003) so könnte der Park einmal aussehen, Zeichnung © Kaspar Graf


Eingang zum Park

Parque Cretacico (2006) nach 3 Jahren sieht der Park heute so aus Foto © Basil Thüring


Kameramann am Seil

Arbeit am Seil (2009) für Filmaufnahmen musste der Kameramann am Seil in die Wand, Foto © Basil Thüring


am Seil

Filmaufnahmen (2009) um an die Spuren heranzukommen muss man die bis zu 120m hohe Felswand abgeseilt werden, Foto © Basil Thüring


Interview

Sauropoden (2009) im unteren Teil befinden sich ungwöhnliche Sauropodenspuren. Christian A. Meyer gibt ein Interview am Seil, Foto © Basil Thüring


Filmaufnahmen

Theropoden (2009) 80m über Grund werden Raubsaurierspuren gefilmt, Foto © Basil Thüring


Gruppenfoto des Teams

NHK & NMB (2009) Mitarbeiter des japanischen Fernsehers und das Team des Naturhistorischen Museums, Foto © Basil Thüring


Theropode

kleiner Raubsaurier (2009) es gibt nicht nur grosse Dinosaurier, die kleinsten sind diese Raubsaurier, Foto © Basil Thüring


Sauropoden

Sauropoden (2009) das sind die grössten, die Sauropoden, Foto © Basil Thüring


Wandausschnitt

die Wand (2009) die Wand ist voll von Spuren und Abdrücken, über 5000 einzelne Fussabdrücke haben wir bis heute kartiert, Foto © Basil Thüring



ein besonderer Dank geht an unseren Ausrüster Sherpa Outdoor

Icon: Format pdf-Dokument McRea et al. (2001) Global Distribution of Purpoted Ankylosaur Track Occurences. In The armored dinosaurs. Bloomington & Indianapolis: University of Indiana Press.

Icon: Format pdf-Dokument Meyer et al. (2001) Late Cretaceous vertebrate ichnofacies of Bolivia - facts and implications. In Asociación Paleontológica Argentina. Publicación Especial 7.

Icon: Format pdf-Dokument Lockley et al. (2002) Titanosaurid trackways from the Upper Cretaceous of Bolivia: evidence for large manus, wide gauge locomotion and gregarious behaviour. In Cretaceous Research (2002) 23, 383-400



Kontakt
Naturhistorisches Museum Basel
Prof. Dr. Christian A. Meyer
Direktor
Augustinergasse 2
Postfach
CH-4001 Basel

Tel +41 61 266 55 99
Fax +41 61 266 55 46
E-Mail christian.meyer@bs.ch



Basil Thüring
Leiter Geowissenschaften
Augustinergasse 2
Postfach
CH-4001 Basel

Tel +41 61 266 55 73
Fax +41 61 266 55 46
E-Mail basil.thuering@bs.ch