Präparation
„Zoologische Präparation“ bezeichnet das Haltbarmachen und die Präsentation von Tieren oder deren Organe . Wir konservieren und stellen kleinste Insekten wie auch grosse Säugetiere auf, und wenn nötig stellen wir sie in ihrem Lebensraum dar. Zudem stellen wir kleine und grosse Skelette von der Maus bis zum Pferd in ihrer anatomisch korrekten Haltung auf (Knochenpräparation/Mazeration siehe Geowissenschaftliches Präparatorium).

Die bekannteste Methode der Tierpräparation ist das Herstellen einer Dermoplastik: Wir kleben die gewaschene und gegerbte Haut über einen massgetreuen, harten Körper. Die Anatomie der Muskulatur und die Körpermasse - vor allem charakteristische Partien wie Gesicht, Ohren und Pfoten - werden genau nachgebildet. Als Vorlage für die Rekonstruktion dienen Fleischkörper, Gipsabdrücke, anatomisch korrekte Masszeichnungen und Fotos. Der Körper wird in Ton modelliert und anschliessend in Kunststoff abgegossen. Bei kleineren Säugetieren und Vögeln werden der Körper und die Beine traditionell aus Holzwolle und Faden gewickelt. Über das so entstandene Nacktmodell kleben wir schliesslich das gegerbte Fell und nähen es zu. Heute haben sich auch für kleinere Tiere die klassische dermoplastische Methode oder Mischformen durchgesetzt. Nach dem Einsetzen der Glasaugen werden zum Schluss die nackten Hautpartien beispielsweise im Gesicht nachkoloriert.

Foto: Waschbär auf Podest
Waschbär auf Podest © Julia Wetjen

Besondere Beachtung schenken wir der Hautkonservierung und der „Zurichtung oder Gerbung“ der Tierhaut. Ziel ist es, bei absoluter Masshaltigkeit die rohe Tierhaut in ein haltbares Leder zu verwandeln, ohne dass Haare oder Federn verloren gehen. Im Falle der Dermoplastik stellen wir an die zugerichtete Haut noch besondere Anforderungen an die Zügigkeit und Elastizität sowie an ein schrumpffreies Trocknen.

Foto: Arbeit an der Kürschnerbank
Julia Wetjen an der Arbeit an einer Kürschnerbank © Christoph Meier

Gefriertrocknung und PEG-Konservierung (Erklärung siehe unten) sind Techniken, die sich vor allem bei der Präparation von kleinen Objekten von Insekten bis Kleinsäugern, aber auch für Pflanzen durchgesetzt haben. Das Objekt kann dadurch als Ganzes bearbeitet werden.
Vor allem in der Kleinsäugerpräparation, aber auch für die Darstellung nackter Körperteile (Vogelfüsse, Biberschwanz etc.), hat sich in den letzten zehn Jahren die Methode durchgesetzt, das Muskel-und Hautgewebe mit einem härtenden Kunststoff (PEG) zu durchtränken.

Alle Präparate werden nach Möglichkeit mit einem Schutz gegen Insektenfrass imprägniert.

Foto: PEG Mäuse
PEG Mäuse © Julia Wetjen



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Kontakt
Naturhistorisches Museum Basel
Christoph Meier
Leiter Präparatorium
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