Lachs in Basel
Kleine Vitrinenausstellung vom 12. September 2008 bis 26. April 2009

Seit 50 Jahren wurde in Basel kein Lachs mehr gefangen. Die kleine Vitrinenausstellung ‚Lachs in Basel’ geht auf die Gründe für das Verschwinden des Lachses im Rhein ein und stellt aktuelle Projekte zur Wiederansiedlung vor. Bis 2020 sollen die ersten Lachse wieder den Rhein bis nach Basel hinauf wandern.

Atlantischer Lachs im Meer
Atlantischer Lachs © Michel Roggo

Bis ins 19. Jahrhundert gab es reichlich Lachs. In Basel zum Beispiel wurden von 1920-1931 im Durchschnitt pro Jahr 122 Lachse gefangen. Von 1932-1958 waren es durchschnittlich nur noch 13 Lachse. Nach 1958 wurde in Basel gar kein Lachs mehr gefangen. In einem kurzen Film zur Ausstellung werden die verschiedenen Fangtechniken vorgestellt. Wussten Sie zum Beispiel, dass es schwierig ist, im Süsswasser mit einer Angelrute Lachse zu fangen? Weil der Lachs im Süsswasser keine Nahrung zu sich nimmt, kann man mit einer Angelrute kaum Lachse fangen.

Gründe für das Verschwinden des Lachses
Es gibt drei Hauptgründe für das Verschwinden des Lachses im Rhein. Die Flussbegradigung, die mangelnde Wasserqualität und der Bau der Stauwehre. Im 19. Jahrhundert begann man den Rhein als Wasserstrasse auszubauen und das umliegende Land für die Landwirtschaft zu nutzen. Daraus folgten Bachbegradi-
gungen und viele Laichplätze verschwanden. Mit der Industrialisierung im 20. Jahrhundert siedelten immer mehr Industriebetriebe entlang des Rheins an. Die Bevölkerungszahl stieg und die Abwässer gelangten meist ungeklärt in den Rhein, wodurch die Wasserqualität entsprechend abnahm. Der Bau von vier Stauwehren in den 50er Jahren unterhalb von Basel verunmöglichte schlussendlich den Lachsen die Wanderung zu ihren Laichplätzen im Oberrhein.

Lachsfischfang mit dem Galgen
Galgenfischen am Rhein

Wiederansiedlungsprojekte
Der Rhein entspringt in den Schweizer Alpen und fliesst danach durch Frankreich, Deutschland und Holland bis er schliesslich in die Nordsee mündet. Eine Wiederansiedlung der Lachse kann deshalb nur mit grenzüberschreitenden Projekten gelingen. 1984 wurden in Basel die ersten Wiederansieldungsversuche gemacht. Die Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) erarbeitete das „Lachs 2000“ Programm. Das Folgeprogramm „Lachs 2020“ hat nun zum Ziel bis zum Jahr 2020 eine stabile Wildlachs Population im Oberrhein zu ermöglichen.


Mit Unterstützung des Bundesamtes für Umwelt

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